Die Sache mit der „guten“ Klamotterie

Es ging zum BAC*. „Deine Klamotten kannste danach wegwerfen.“, hatte mir ein Kollege erklärt. „Nimm‘ bloß nichts Gutes mit.“ Kein Problem, dachte ich. Doch als ich vor meinem Kleiderschrank stand, merkte ich, dass das gar nicht so einfach war. 

Definieren wir „Gutes“. „Gutes“ ist für mich nicht gleich unbedingt schick oder teuer. „Gutes“ liegt mir am Herzen. Geschätzte 20 Blusen, die man nicht mitnehmen sollte, die Stoffhose für Samstagabend schon, aber welches T-Shirt für die Zugfahrt und den Partyabteil?
Es ist relativ egal, wie man da aussieht, da gibt es kein „Das ist Ton in Ton“ oder „Ach, die Farbe der letzten Saison“, keine Schlacht der Designerschuhe, kein Statussymbol-Weitwerfen. Nein. Auf dem BAC herrschen andere Regeln. 
Zwar bekamen wir Agentur-T-Shirts, aber selbst da würden mich Zigarettenlöcher ärgern. Im Nachhinein. Vielleicht. 

Nachdem ich monatelang die Einkaufsstraßen Hamburgs zu den regulären Öffnungszeiten gemieden habe, blieb mir nur nichts anderes übrig: Es mussten Sachen her, die mir nichts bedeuteten. Wer oder was eignet sich für solch einen Einkauf besser als unsere schwedischen Alles-Designer Hennes & Mauritz?! Zack, neue Hose, neue Tank Tops, ein fragwürdiger Blumenrock und ein pinker Hut, der eigentlich nicht passte, aber gekauft werden musste, weil er nun mal pink war.

Brandlöcher gab es übrigens keine, Zigaretten trafen mich immer nur direkt am Arm, was aber irgendwie auch gleichgültig war: War ja keine Absicht! Und natürlich erfreute sich der pinke Hut  größter Beliebtheit. Vor allem im Partyabteil. 

Als ich am nächsten Tag in meinem Low-Budget-Outfit auf dem BAC Gelände auftauchte, stellte ich fest, dass ich den pinken Hut verloren hatte. Nicht so schlimm. Kurz darauf war auch die Hawaiikette weg. Zum Glück kein großer finanzieller Verlust. Gott sei Dank war das nichts „Gutes“, was ich da schon wieder verbimmelt hatte. Wie schlau, bei so einem Event nicht viel zu investieren. Literweise Wasser wurde auf die Klamotten geschossen, hier und da ein Tröpfchen Bier, alles halb so wild, kurz in die Waschmaschine und selbst wenn nicht: egal. 
Aber geärgert hätte ich mich, wenn die kleine lila Mandarina Duck Tasche verletzt oder umgekommen wäre. Denn farblich und sowieso passte sie so einwandfrei, dass ich bei so einem Event unmöglich auf sie verzichten konnte… Irgendwas „Gutes“ muss das ganze ja haben.

 

 

* Bauer Agency Cup: Dieses Jahr in Köln. Zusammengefasst: Werbeagenturentreff zum Fußballspielen, Cheerleadern und Feiern. Irgendwie stimmt die Reihenfolge nicht…

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