Auf ein Käffchen…

Kaffee ist nicht irgendein Getränk, so wie Eistee, Mineralwasser oder Coke Zero. Kaffee ist ein Getränk, das eine eigene Lebensphilosophie widerspiegelt. Zu Kaffee setzt man sich zusammen, schnackt und hat ein Stück Kuchen. Eigentlich.

Das war wohl der Kaffee früher, bei Tante Erna, immer sonntags. Heute gibts Kaffee fast nicht mehr in diesen tollen runter-drück-Kannen, deren richtigen Namen ich nicht kenne, oder aus der Filtermaschine. Oder so wie es die Mutter eines Freundes immer macht, mit kochendem Wasser und Filter selbst aufgeschüttet.
Kaffee ist nicht mehr gleich Kaffee. Kaffee gibt es längst in allen Variationen: mit viel Milch, mit wenig, mit warmer oder kalter, mit Extra-Shot Espresso, mit Schokolade, Caramel, Vanille, Hokus und Pokus.

Oder ganz simpel: Die Senseo für den Singlehaushalt. Ein Knopfdruck und brrrrrrrrrrrrrrr fertig ist der Kaffee. Eigentlich ja eine sinnvolle Sache. Darum haben wir Kinder, als wir auszogen, so ein Ding auch für Väterchen besorgt, weil er immer noch jeden Morgen eine halbe Kanne Kaffee aufsetzte, aber schon längst das Haus verlassen hatte, als sie durchgelaufen war.

Anfangs fand ich diese Pad-Geschichte auch ganz witzig. Doch dann verging es. Weil es für mich irgendwie was mit beeilen, keine Zeit haben, zu tun hat. Man hat nicht die Zeit, die Maschine anzuschmeißen, die Zeitung aufzuschlagen und dann in Ruhe zu warten, bis der Kaffee eine trinkbare Temperatur hat. Und es duftet auch nicht so. Außerdem schmeckt so ein Kaffee immer etwas zu bitter und kühlt relativ schnell ab. Finde ich.

Natürlich gibt es auch die ganz tollen Maschinen, die ganz selbstständig Milch erhitzen und sie dann aufgeschäumt auf dem Kaffee dekorieren und ihn mir quasi mit einem „Guten Morgen Schatz, du siehst umwerfend aus, dein Tag wird wundervoll und ich warte auf dich, egal, wann du nach Hause kommst“ servieren. Die sind auch klasse, diese ‚Apparate‘, ich würde die Maschine bestimmt nicht wegwerfen, wenn man sie mir nachts heimlich mit oder ohne roter Schleife vor die Tür stellen würde. Trotzdem gilt meine Liebe dem Filterkaffee.

Darum trinke ich den auch den ganzen Tag hier in der Agentur, eimerweise. Schwarz – natürlich.

So lässt sich der Morgen wunderbar beginnen: In der Lounge Frühstück besorgen, hoch, Rechner anmachen, Wasser und Kaffee holen, einloggen und während man die ersten Emails liest, hier und da ein Schlückchen Kaffee. Wunderbar.

Oder stundenlang mit der Freundin in der Küche sitzen, eine nach der anderen rauchen und ständig nur Kaffee nachfüllen. Nicht jedes mal zur Maschine laufen müssen… Hach, Kaffee, du machst mich nicht wach, aber glücklich. Lebendig.

Wenn ich dann aber mal bei Starbucks vorbeischaue, muss ich auf so einen Mocha zurückgreifen: Ausnahmen bestätigen die Regel und die Seltenheit macht es besonders. Trotzdem würde ich niemals meinen schwarzen Kaffee am Morgen gegen so eine Schokoladengeschichte tauschen… Und ein Coffee-To-Go ersetzt auch keinen Kaffee am Frühstückstisch.

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0 Gedanken zu „Auf ein Käffchen…

  1. Auch auf die Gefahr hin, hier als Schleimer zu gelten: Wunderbar, eine Hommage auf den stinknormalen Kaffee. Hier im Büro mag ich den Senseo gerne, bei der „Süßen“ auch mal einen aus dem Vollautomaten, aber am Wochenende zu Hause, da gibts – Filterkaffee. Reichlich und schwarz, natürlich. Fein.

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