Oh Johnny

Es gibt diese Sachen, die immer fehlen: Haargummis, Kugelschreiber und Feuerzeug sind nur einige davon. Machen wir uns nichts vor: es sind ein-Euro-Artikel, von denen man nie genug haben kann.

Griff in die Tasche: Schlüssel, Handy, nen bisschen Geld, Zigaretten und halt der übliche Müll. Feuerzeug? Keins da.

Wenn es jemanden gab, der auf der Party immer rumlief und alle Leute nach Feuer angequatsch hat, dann war ich das. Dadurch kommt man übrigens, für alle Nicht-Raucher, sehr einfach mit vielen, netten Leuten ins Gespräch. Ja, Rauchen verbindet und irgendjemand hat am Ende doch immer Feuer.

Jedenfalls hatte mein Hamburg-Mädchen es irgendwann satt. Als ich im Dezember in der Hansestadt rumturnte, beschloss sie am 2. Tag, dass das ein Ende haben musste, ging ins nächste Kiosk und kam mit Johnny in der Hand wieder raus. Johnny ist jetzt also seit über 6 Wochen immer bei mir und auch bei meinen Freunden erfreut er sich großer Beliebtheit.

Hier im Wohnheim fragt man nicht mehr nach Feuer, sondern „Where is Johnny?“ und wenn man ein Bier öffnen möchte, dann greift man zu Löffeln, anderen Flaschen und Tischkanten, aber Johnny fasst man für sowas nicht an. Wohlwissend, dass es seine und meine Gefühle verletzten würde.

Auf Johnny passe ich irgendwie besser auf. Er hat einen eigenen Platz, nicht nur in meinem Herzen, auch in meinem Zimmer, ihn lasse ich nicht aus den Augen und natürlich nicht zurück.

Wen sollte man auch nach Feuer fragen, wenn Johnny nicht mehr da wäre?

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