Kurz danach

Vorbei ist es und schön war es nicht. Gar nicht schön. Nein, es war kalt, es war böse und es war einfach nicht gut. Zwar habe ich bestanden, aber alles im allem war es ein Abriss.
Tonne auf, Feli rein, Tonne zu.
Aber was soll ich jetzt detailliert erklären, welche Tragik sich gestern hinter den Türen von Grey abgespielt hat? Schuldzuweisung an die IHK, dafür, dass man mir nicht wie allen anderen 2 Auswahlthemen gegeben hat, sondern nur eins und so weiter lass ich weg, weil es jetzt vorbei ist.
Es ist vorbei. Ich kann es nicht mehr ändern. Ich kann daraus lernen, dann hat die Sache wenigstens was Gutes.

Ich stieg ins Auto und blickte auf mein Handy. Wen anrufen? Alle soll man anrufen, weil es plötzlich alle interessiert. Soll ich gar keinen anrufen, weil es keinen was angeht? Oder meine Familie? Oder meine Agentur? Nein, ich rief die Freundin an, die Tage vorher 95 Punkte abgeholt hat. Sie konnte meine Zensur nicht nachvollziehen und bedauerte das ganze, helfen konnte das auch nicht. Dann rief ich noch kurz in meiner Agentur an, damit sie Sicherheit hatten, dass ich nicht weiterhin Azubine, sondern jetzt Bzubine war. Dann fuhr ich los, schnell, zack-zack, fast einen Unfall gebaut.

Ich wollte nach Hause, in meine Mauern. Dort rief Väterchen an, der anstoßen wollte. 2 Minuten später stand er in der Tür. Jetzt war auskotzen angesagt. Ich zündete meine Zigarette an, normalerweise rauchte ich ja zwischen den Wochenenden nicht, aber heute war Ausnahmezustand angesagt. Ich lies meinem Frust freien Lauf und plötzlich war gut. Es reichte. Fertig. Aus. Vorbei. Nichts mehr dazu sagen, nicht mehr daran denken, sondern weiter machen und weiterleben.
Wir öffneten die 3. Flasche Wein, es folgte die 10. Zigarette und ich wusste, es würde noch mehr Wein werden und die Schachtel würde ich auch noch töten.

Mit meiner kleinen Schwester bestellten wir China-Essen, aßen, lachten, redeten und tranken.
Bis die letzte Flasche leer war und die Schachtel Zigaretten auch.

Und das macht die Zensur nicht besser, man fühlt sich auch weiterhin als Versager, als der Loser der Nation. Aber es geht weiter. Immer weiter.
Tonne auf, Feli raus, Tonne zu.

One Comment Add yours

  1. svennov says:

    Glückwunsch, Sie haben sich für die einzig sinnvolle Coping-Strategie in dieser Situation entschieden. Trotzdem: Kopf hoch, liebe Feli, in ein paar Jahren, wenn Sie berühmt sind (ich meine NICHT berühmt im Sinne von Dschungel-Camp), interessiert sich niemand mehr für Ihre blöde Abschlussprüfung.

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