Unsportlich, Teil III

Es hat mich schon oft geärgert, aber irgendwie wollte ich es nie sagen, um hier keinem auf die Füße zu treten. Aber jetzt reicht’s! Wenn ich mich über zu gemeine, schnelle Schwimmer ärger, dann darf ich das auch über langsame.

Folgendes Szenario gestern Abend, im Holmes Place Hamburg Pool:
Irgendwann gegen 18:45h ist das Aqua-Fitness Programm zu Ende. Das freut mich, denn ich komme gerade in den Schwimmbereich und eine keine Menschenmenge strömt aus dem Pool. An den Rand setzen, Füße ins Wasser, hässliche Badekappe auf, die mich unidentifizierbar macht, Brille auf und ab der Fisch.
In Düsseldorf gibt es für so was Schilder, hier wurde es per Handzeichen abgestimmt: Wir haben eine Bahn, 3 Leute, d. h. wir schwimmen jetzt im Kreis.
Ging auch ca. 16 Bahnen gut, bis mir eine neue Gruppe älterer, mittelmäßig-schwämmiger Frauen auffällt, die Richtung Pool eiert und “uuuuuiiii, ist das frisch” vor sich herstöhnt. Sie haben nicht geduscht. Innerlich schüttel ich den Kopf.
Diese Gruppe war noch frecher. Bespaßt von BravoHits-Musik liefen sie im Becken im Kreis und erzeugten so eine Strömung, gegen die wir dann abschwimmen durften. Gut, wir lieben die Herausforderung. Doch irgendwann war nur noch eine abgesperrte Bahn vor der wildgewordenen Frauenherde sicher.
Auf dieser Bahn befanden sich 4 gut aussehende und wirklich gut schwimmende Jungs und eine blöde, blonde Frau. Diese Sorte, die sich vorher auch nicht abduscht, nur die Haare hochsteckt, den Kopf nicht ins Wasser wagt und trotzdem, weil sie ja was für ihre Gesundheit tun möchte, ihre paar hundert Meter zieht.
Das war nervig. Nie konnte man überholen, weil man den Jungs nicht im Weg rumschwimmen wollte, und da Madame natürlich gemütlich, wirklich sehr (!) gemütlich, ihre Brustbahnen zog, wurde es auch jedes mal zur Gefahr, einen bösen Tritt abzubekommen.
Zwar bin ich nur noch diesen Monat in dem ‘Club’, wie der Holmes Placer an sich es nennt, angemeldet, jedoch kann ein Monat lang werden, wenn man Feinde hat und die Mitarbeiter einen freundlich auffordern, sein Verhalten zu ändern. Darum wurde ich nicht persönlich, habe sie nicht getreten oder eine Wasserschlacht angefangen.

Trotzdem, an alle, die das hier lesen und gerne in Ruhe schwimmen: Ich verstehe das. Ehrlich. Wirklich. Das ist nicht nur so gesagt. Aber im Sinne des Allgemeinwohls ist es vielleicht doch mal drin, die Bahn frei zu machen, wenn man sieht, dass man den ganzen Verkehr aufhält. Geht doch dann mal kurz für ne halbe Stunde in die Sauna und kommt dann entspannt zurück und zieht euere Bahnen.

Gestern habe ich nachgegeben, weil es mir zu doof wurde. Wegen dir, du blöde, blonde Frau. Wegen dir habe ich aufgehört, mein Handtuch genommen, bin duschen gegangen und konnte mich nicht mal darüber freuen. Und trotzdem habe ich dir keine gepfeffert. Und so weit wird es auch nicht kommen. Aber es wäre nett, wenn du das nächste Mal nachgeben könntest. Ist gar nicht so schwer. Und dann gebe ich wieder nach und dann ist doch allen geholfen.

Vielen Dank, blonde Frau. Dann bist du auch nicht mehr blöd.
Und vor allem ist dein Verhalten dann auch nicht mehr unsportlich!

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