Angewohnt

Es ist eingespielt, normal geworden. Wach werden, aus dem Fenster in den Himmel blicken und ihm nicht trauen. Denn: Noch befinden wir uns südlich der Elbe, nördlich der Elbe sieht die Welt –naja, die Wetterlage– anders aus. Aufstehen, duschen, anziehen, fertig machen. Die Dinge nehmen so ihren Lauf. 

Bus, S-Bahn, U-Bahn, Büro. Erst ab diesem Moment ändert sich der Tag. Manchmal ändern sich die Gesichter von Tag zu Tag, die Aufgaben, die Leute, mit denen man mittags rausgeht, die Launen, das Abendprogramm. 

“Und hast du dich denn gut eingelebt in Hamburg?” – “Na, sicherlich! So eine tolle Stadt… Doch doch, auf jeden Fall…”

Naja, so halb. Langsam kenne ich wenigstens einen Teil der Infrastruktur relativ gut. Ein paar Leute, ein paar Läden, einen Bruchteil.

Weil ich ja auch in meiner freien Zeit nicht so viel –aus verschiedenen, für hier und jetzt zu verzwickten Gründen– hier bin, in Hamburg.

Diese Stadt ist anders, aber nicht mehr neu oder fremd, ich habe mich daran gewöhnt, sie ist nur an manchen Ecken noch etwas unbekannt, aber doch sehr schön. 

Ich habe meinen Platz gefunden, in der Agentur.
Meinen Weg, hin und her.
Meine Leute, alte und neue.

Nur mich, mich finde ich hier nicht.

Denn ich finde mich nicht mehr als den Menschen, den ich kenne. Meine Haare sind die gleichen, mein Geschmack auch, auch lege ich Wert auf die gleichen Sachen. Aber irgendwas fehlt mir, das ich nicht finde. Diese Leichtigkeit, obwohl hier alles wirklich wunderbar läuft, beruflich. Vielleicht, habe ich mir überlegt, vielleicht fehlt mir mein eigenes Lachen. Dieses laute, unpassende Lachen, bei dem mir der Bauch weh tut und die Tränen runterrollen, wegen nichts und wieder nichts. Ich lächele und ich lache auch, aber ich lache lache nicht. 

So schmeckt der Sommer... Also, es gibt genug Anlässe, um sich zu freuen und zu lachen. Es ist so wie ein stilleres Freuen. Hat es was mit Ruhe zu tun? So mit innerer Ruhe? Fühle ich mich ausgeglichener? Jooaaa.. geht so. Mir haben ja früher öfters Leute gesagt, dass ich sehr unruhig wirke, so innerlich aufgewühlt und so. Hm. 

Vielleicht habe ich mich angewohnt, aber noch nicht richtig eingewöhnt. Und trotzdem freue ich mich, über jeden Tag. Immer wieder. Heute, ganz besonders über das wunderschöne Wetter. Nur eben leiser, ruhiger.

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