IKEA – schwedischer Service für Spiegelvergesser

Wir liefen um 2 Minuten vor 21 Uhr noch schnell zur Kasse… “Ach, der Spiegel”, sagte meine Freundin, rannte um die Ecke, hastete zurück zu den Spiegel-Regalen und holte das Exemplar, das ich mir vorher ausgesucht hatte. Aha, der Spiegel also. Jetzt noch schnell durch die SB-Kasse und… huch, Geld, Karten, alles zu Hause. Die Freundin hilft aus. Weiter zur Warenausgabe, meinen neuen Möchte-Gern-Schrank-Alles-Könner-Und-Leben-Verschönerer abholen.

Zu Hause angekommen wird selbiges Gerät zusammengebaut. Plötzlich merken wir, dass zwischen grünen Servietten, pinkem Kehrblech und anderem Gedöns, von dem man vorher nicht wusste, das man es brauchte, eins fehlte: Der Spiegel. Verdammt. Wir haben ihn an der blöden Kasse stehen gelassen, weil wir voll bepackt waren und weiter zur Warenausgabe mussten.

Am nächsten Tag googlete ich die IKEA-Filiale. Meine Freundin bestand darauf, dass ich da anrufe, das “Malöhr” erkläre und den Spiegel abhole.

Für ALLE IKEA-Filialen, gibt es eine Nummer: 0180 5 35 34 35 *
* 14 Cent aus dem Festnetz der T-COM. Mobilfunkpreise abweichend.

Naja. Na gut. Am Telefon ist Anna.Anna, das IKEA Girl Eine Anrufbeantworterstimme, die mich auffordert zwischen “Aufbauhilfen”, “IKEA FAMILY”-Card, “Rückgaberecht” und anderem Quatsch zu wählen. Ich wähle die “IKEA FAMILY”-Card und hoffe, bald mit jemandem der menschlichen Spezies verbunden zu werden, um die Nummer meiner IKEA-Filiale rauszukriegen.

“Die IKEA FAMILY-Card”, schießt Anna los und labert mir eine Frikadelle ans Bein, bevor sie mir sagt, welchen Knopf ich drücken muss, um zurück ins Hauptmenü zu kommen. Will ich aber nicht. Ich gebe auf, weil ich keinen Bock mehr habe. Anna kann mich mal, entscheide ich. IKEA übrigens auch. Dämliche Hot Dogs… 

Aber eine Email, die schreibe ich noch. Obwohl Anna bestimmt auch dafür nur eine Standard-Reply-Mail hat.

Ich bin sauer.

Am nächsten Tag bekomme ich eine Mail von IKEA. Aha, auch schon angekommen, bestimmt so eine “Wir haben Ihr Anliegen erhalten und melden uns, wenn wir sonst wirklich gar nichts mehr zu tun haben.”
Falsch.

In der Mail steht:

Sehr geehrte Frau Hackmann,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Es wurde in Hamburg Moorfleet ein KRABB Spiegel (Art. 94890300) als
gefunden gemeldet.

Sollte dies der Spiegel sein, den Sie vermissen, wenden Sie sich bitte
mit Ihrem Originalkaufbeleg an die Mitarbeiter des Infostandes im
Eingangsbereich.

Mit freundlichen Grüßen

Barbara (Nachname weggelassen von Feli)
IKEA Service Center

Es geht also doch. Sieh mal einer an! Danke, Barbara, nicht Anna

Es überrascht mich, denn jeder, der schon mal versucht hat mit der Telekom oder anderen “größeren” Unternehmen etwas per Mail zu regeln, weiß, dass das meistens nichts wird und “dass die Mail wohl leider nicht angekommen ist”.

Daumen hoch, für IKEA! Zu mindest auf der eMail-Basis. 


2 Comments Add yours

  1. weipah says:

    Ich find es immer nervig, wie lange es dauert, bis man mal jemand persönlich an der Strippe bzw. am Postfach hat.
    Dieses Hotline getexte soll ja in der Regel informieren und Probleme ggf. vorab zu klären und diejenigen abwimmeln, die sich einfach noch nicht informiert hatten. Lieder haben da die restlichen Kunden, die einfach nur einen Ansprechpartner suchen nichts davon.
    Das Problem mit Ikea hatte meine Freundin auch schon mal. Mail und Telefon haben versagt und erst der postalische Weg hat, nach einem bösen Brief ihrerseits, etwas bewirkt. Das hätte man einfacher haben können.
    Zumal wir des öfteren auch einfach falsche Auskünfte erhalten haben im Vorfeld.

    Ich habe auch bei der Bahn die Reservierungsgebühr eingefordert, weil der Zug stehen geblieben ist und der Zug nicht weiter fuhr. Habe ich direkt reklamiert; die Reise war im November am Info-Center im Bahnhof direkt. Letzten Monat habe ich ein Schreiben bekommen: “Betreffend ihrer Beschwerde im Dezember…”. Ohne Worte.

    Aber immerhin hast Du deinen Spiegel ja wiedergefunden ;-P

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  2. Nicola says:

    Interessant finde ich, dass Barbara dich mit Frau Hackmann und Sie anspricht. Dabei duzt doch sonst keiner so penetrant wie Ikea. Sind wir jetzt alle eine Familie oder nicht?

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