Tippel Tippel 0.8

Was macht man eigentlich den ganzen Tag in diesem Internet?

Nun, es ist nicht nur Socialising und ein bisschen Informationensammlung. Im Internet wird auch eins häufig getan: Eingekauft. Reisen werden online gebucht, Bücher und Musik ausgesucht, iPods mit persönlicher Widmung geordert und Pizza bestellt.

Ja, es gibt vieles, was ich im Internet schneller und einfacher erledigen kann und was mir einen Gang durch das nasse Wetter in ein Geschäft spart.

Doch eins kann ich im Internet nicht: Schuhe kaufen.

Natürlich ist die Auswahl unbegrenzt, natürlich haben sie auch alle Größen, Farben und Formen. „Gibt’s nicht“ gibt’s nicht. Und gerade die Seite von Goertz schafft es schon beim Laden mich temporär glücklich zu stimmen.

tippel tippel 0.8Aber wo ist der Moment, in dem ich mit meiner Freundin am Schaufenster stehe, wir unseren Coffee-to-go in der Hand halten und diskutieren, ob dieser oder jener Schuh wohl auch zu einem Rock passen?
Wo ist der Moment, in dem mir die Verkäuferin drei verschiedene Paare bringt, ich meinen Mantel ausziehen, meine Freundin einen Blick auf unsere Taschen wirft und Sätze wie „Naja, für die Uni brauchst du sie nicht, aber falls wir mal wieder auf einen Ball gehen, bist du ausgestattet!“ fallen?
Wo ist der Moment, in dem man seinen Namen nennt und die Schuhe noch mal 2 Stunden zurücklegen lässt?

mitnehmen!Und wo ist die Tüte, die ich fröhlich in der Hand durch die Stadt spazieren trage?

Das Internet kann so viel, aber es kann dieses Gefühl nicht vermitteln. Und natürlich ist der 24/7 Online-Store praktisch, aber darum es ja eben nicht.

Ganz viele Leute, die ich kenne, kaufen auch ihre Kleidung online. Es wird über Kreditkarte gezogen, nach Hause geliefert und kann ohne Probleme kostenfrei zurückgesendet werden.

Ja. Ja, das ginge wohl. Fällt für mich aber leider aus. Keine Verkäufer, die mich bequatschen wollen, damit ich ihre Sachen kaufe und sie noch kurz ihr Kürzel draufkleben können, um ihre Provision zu sichern. Kein Geschäft, keine Musik, keine Atmosphäre, die dafür sorgt, dass aus einem „WANT“ ein „NEED“ wird.

Ich würde wohl online nach einem Teil suchen, wenn ich es im Laden nicht mehr fände. Aber bis dahin bleibe ich 0.8, packe das Handy weg und reiche meiner Freundin meinen Kaffee, damit ich irgendwas anprobieren kann.

Und für die Männer, die das nicht nachvollziehen können, habe ich vollstes Verständnis. Aber es geht hier nicht um „Schuhe“ und  „kaufen“, es geht eben um „Schuhe kaufen”.

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