Die Kö so vorweihnachtlich

Mein Samstag beginnt um 7.00 Uhr, denn für halb 10 hatte ich mich bei dem Haarschneider meines Vertrauens angekündigt.

Guten Morgen, liebe Kö!

Die Kö ist noch wie leer gefegt, als ich dort ankomme und mich — endlich mit meinem Starbucks-Kaffee — zu dem Friseur begebe.

Es ist nass, es ist fast ekelig. Ich friere jetzt schon ein bisschen, denn zu meinen cyan-farbenden Beinchen wählte ich meinen roten Mantel, einfach nur, weil er so schön ist. Dass er dünn und garnicht wettertauglich ist, ignorierte ich gekonnt. Und hier ist es so usselig. Und grau.  Ich spanne meinen bunten Herzchen-Schirm auf, jetzt ist es zwar noch ‘frisch‘, aber wenigstens trocken.

Ich schaue auf die Uhr, vor 10 Uhr wird hier nichts passieren. Schnipp Schnapp, Haare ab, raus ins Leben, Kö ich komme! Denn das ist das wirklich geile an Weihnachten: Die Stores sind voll mit super coolen Sachen, die Deko-Flächen überfüllt mit irgendwas, was du haben willst und in den Parkhäusern stapeln sich die Autos, so wie in den Umkleiden die Leute.

Jede Stadt ein Chaos für sich!

Und siehe da: Eine Stunde später kann man langsam beobachten, wie die Sache hier Form annimmt. Man findet kaum noch Parkplätze und der Bürgersteig füllt sich. Ich starte am Ende der Kö bei COS, wo ich nie was finde. Für COS muss man aber auch irgendwie auch so ein COS-Mensch sein. Bei Benetton (viele halten es für eine langweilige, trockene BWLer-Marke, die nichts kann — ich aber mag den Verein!), könnte ich eigentlich schon beim Reinkommen meine Plastikkarten über den Tisch werfen und Taxis vorfahren lassen.

Hach... :~)

Beides mache ich aber nicht.

Ganz in Ruhe schlendere ich die Kö runter, es ist so wunderbar schön hier! Es geht garnicht darum, dass ich alles, was ich sehe, haben will oder muss, sondern freut es mich einfach, wenn es schön ist.

Und so habe ich zum Beispiel am Samstag das Kleid gefunden, in dem ich — falls ich mal richtig betrunken in Vegas stehen sollte — heiraten würde.

Und dass daneben ein kleines Schildchen steht, auf dem der Name “VALENTINO” gedruckt wurde, stört mich nicht. Auch nicht die Tatsache, dass ich in die Schaufensterpuppengröße nicht passe, passen würde, passen werde. Nein, es ist einfach nur da und schön. Hach…

Tiffany & Co.

Außerdem kann ich mich über das Fenster von Tiffany’s freuen und auch die Deko von Louis Vuitton sticht positiv hervor. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich nicht der größte Fan beider Geschäfte bin, wobei ich dieses bescheuerte Schachbrettmuster von LV langsam gut finde.

Aber bevor man in der Uni denkt, ich hätte in der Türkei einen Großeinkauf getätigt, laufe ich lieber mit meinen anderen Täschen rum.

Louis Vuitton

(Wer überlegt, diesen Beitrag mit “Ist doch egal, was die anderen denken!” zu kommentieren, lässt das bitte. –Danke.)

Ich schweife ab…

Jedenfalls: Der Rest der Schaufenster ist irgendwie enttäuschend. Klar, Schuhe im Fenster sind auch immer schön (‘Prange’ übrigens wieder ganz großes Kino), aber irgendwie muss da zu Weihnachten doch etwas mehr hin…

Kö Galerie

Doch dafür begeistertet die Kö-Galerie und das Sevens. Wirklich wunderbar geschmückt, wer ist die Krise von der alle reden und warum liegt hier eigentlich Schnee?

Weihnachten.
Du wunderbare Zeit.

Doch plötzlich kommt mir eine Familie (Mutter, Vater, Sohn und Tochter) entgegen und ich sehe es sofort: die vermutlich 7 Jahre alte Tochter ist ein scheiß blödes Rotzblag. Die Eltern voll bepackt, GANT und Lacoste reichen sich die Hände, machen das, was ich mir immer gewünscht habe. “Hach Kind, ist ja gut, wir gehen zurück und kaufen dir die Puppe. Schatz, geht doch schonmal vor zum Parkhaus und nimm die Tüten mit…!”

Sevens

Grrr… ich bewunder das verzogene Biest für sein Durchsetzungsvermögen.

Ich hatte fast vergessen, was dieses “Fest der Liebe” für Eltern bedeutet.

Mein Neid gegenüber dem Kind und ja auch irgendwie mein Mitgefühl zu Gunsten der Eltern werden plötzlich gestört. Denn ich höre, was ich nicht mehr hören kann. Irgendwelche zwei Chicksen stehen im Douglas und bemitleiden sich selbst. “Hach, letztes Jahr, da war ich noch mit Christian zusammen… ” — “Nein, das war doch Sebastian!” — “Ach wirklich? Naja, jedenfalls… was wäre das schön, wenn….”

Obwohl ich überlege beiden einen Selbsthilfebuch zu kaufen, damit sie Weihnachten was zu tun haben, oder sie auszulachen, gehe ich einfach.

Die Weihnachtszeit! Die Zeit in der viele Singles noch mehr rumheulen als sonst, weil auch Santa am nächsten Morgen wieder weg ist. Zu diesem Fest drehen die “einsamen Herzen” in ihren teuren Wohnungen in der Innenstadt wieder ab, wobei ich den Zusammenhang zwischen Tannenbaum und neuem Lover noch nie verstanden habe.

Weihnachten… tz.

Gute Nacht, liebe Kö.

Und alles leuchtet, alles glitzert, alles ist so wunderbar.

Vielleicht mehr Schein als sein. Und wenn’s so ist. Wir spielen doch alle fröhlich mit!

Und so glitzert es, der lieben, langen Nacht entgegen…

Weihnachten, lass kommen!

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