Online — on Air — Backstage

on
Daniel Fiene und Herr Pähler auf dem Weg in die Nacht

Es war Thomas Knüwer, der mir von seinem Projekt mit Daniel Fiene und dem NRW-Forum zur “Nacht der Museen” in Düsseldorf erzählte. Zusammen mit Carolin Buchheim wollte Thomas verschiedene Gäste interviewen und zwischendurch sollte zu Daniel und Herrn Pähler geschaltet werden, die durch die  Stadt tourten und von verschiedenen Orten, Museen und Menschen berichteten. Das alles sollte dann auf www.nacht-der-museen-tv.de live gestreamt werden.

So weit, so gut.
Also,  was habe ich dort zu suchen?

Thomas Knüwer und Caro Buchheim

Ich sollte irgendetwas mit den Gästen machen. Sie herschaffen, sie pudern, hier ein Wässerchen und ein Weinchen und ein bisschen abstimmen. Die Gäste hatten meine Nummer, sie würden sich melden, wenn sie vor der Tür stehen. Um 17 Uhr wurde das iPhone noch mal final an die Steckdose gelegt, danach war es durchgehend, so wie ein Circa-Zeitplan an meine Hand gefesselt. Und es klingelte fröhlich, piepste, schickte Fotos, Tweets und machte –thank God– keine Zicken.

Den Zeitplan hätte man ohne die Jungs aus der Technik gar nicht einhalten können. Sie, besonders Markus, hatten alles im Blick, haben hüh und hot mitgemacht und immer die Ruhe und den Ton gewahrt. Mit meiner Kollegin Nana versuchte ich da zu helfen, wo Hilfe gefragt war.

Da ich Caroline West von Rhinebuzz einige Tage zuvor davon erzählt hatte, und auch das Nacht-Der-Museen-TV-Team für die Idee zu begeistern war, entschieden wir, dass ich sie zwischendurch auf Englisch interviewen sollte. Kein Problem, kann ja nicht so schwer sein.

Dachte ich.

Bis… Ja, bis es dann plötzlich  fast so weit war. Als tatsächlich das “Feli, in 5 Minuten tauschen wir Plätze!” von Thomas kam, war Kreativität gefragt. Mein Herz raste, mein Kopf meldete schon mal an, gleich auszusetzen, mein Glas Wasser leerte sich quasi von allein. Ich musste hier weg und vor allem musste ich anfangen, mal meine Klappe zu halten.

Idee 1: Einfach wegrennen. Stellte sich als problematisch dar, da Ein- und Ausgang im NRW-Forum schon längst verstopft waren.

Idee 2: Auf dem Klo einsperren. Diese Idee scheiterte an vielen Frauen, die in der Schlange vor mir standen und mich nicht vor lassen wollten.

Idee 3: Überdosis von/Mangel an irgendetwas vorspielen. Aber so gut wie alles organisiert war, hätte man andere Interviews vorgeschoben und ich hätte einfach später auf die Bühne gemusst.

Interview mit Caroline West

Als ich also nach 4:30 Minuten immer noch keine Lösung hatte, wie ich aus dieser Sache rauskomme, begann ich mit selbstentwickelten, wissenschaftlich unbewiesenen und medizinisch wohl auch nicht sonderlich wertvollen Atemübungen, um mich zu beruhigen. Wie zu erwarten, brachten die natürlich gar nichts.

Nana und Caroline herself sprachen mir kurz gut zu. Und los.

“Alright, I’ve got Caroline from Rhinebuzz sitting next to me…” Plötzlich waren wir online und on air und ok. Glaube ich. Jedenfalls waren es ja auch nur 5 Minuten, also alles halb so wild und Caroline hat es in ihrer ruhigen Art geschafft, mir während sie sprach, ein Stück ihrer Gelassenheit abzugeben.

“Thanks a lot for being here. Enjoy the night and I see you later at the bar!”, aufstehen und das Bild verlassen.

Zurück zu Wer kommt als nächstes? Sind die Gäste schon da? Wen oder was wollen/können/müssen wir dazwischen schieben? Parallel ein paar Fotos mit dem entsprechenden Twitteraccount in die Welt schicken.

Irgendwann schaute ich auf mein Piece of Paper, meine Uhr und meinen iPhone-Akku. Auf dem Papier war noch eine Sache, meine Uhr zeigte irgendwas um kurz vor 12 an und mein iPhone-Akku war noch nicht leer. Soweit ist alles ok, dachte ich mir, und wechselte spontan von Wasser auf Beck’s.

Langsam fiel alles von mir ab. An allen Namen auf meiner Liste war ein Häkchen, alle kleinen Notizen an den Seiten hatte ich beachtet, in ein paar Minuten sollte alles vorbei sein.

Was ist eigentlich heute Abend hier passiert? Ich stellte fest, dass ich kein einziges Interview gehört, aber vorher mit allen Leuten kurz gesprochen hatte. Einen schönen guten Abend. Super, dass Sie schon da sind. Haben Sie sich schon umgesehen? Setzen Sie sich doch schon mal. Was zu trinken? Und alle Gäste waren unheimlich nett, freundlich und entspannt. Nicht zu letzt, der Oberbürgermeister Dirk Elbers, der mich mit “Machen Sie sich mal keine Gedanken, ich habe Zeit!” überraschte und den Notfall-Zwischenschalt-Wie-kriegen-wir-den-jetzt-sofort-mitrein-er-muss-ja-gleich-weiter-Chaosplan über den Haufen warf und uns somit zurück zur Normalität brachte.

Es war ein toller Abend. Es war ein hervorragendes Team und hat mir wirklich viel Freude bereitet. Wie gut es draußen angekommen ist, wird die Auswertung der Zahlen in den nächsten Tagen bringen.

Ich hoffe auf das Beste und auf eine Fortsetzung. Bis dahin, bleibe ich wohl online, aber off air.

Weitere Nachberichte zum Thema Nacht-der-Museen-TV gibt es bei Daniel Fiene, Thomas Knüwer und Videopunk. Alle sehr lesenwert und mit anderen Schwerpunkten als hier.

2 Comments Add yours

  1. Wie geil! Glückwunsch! Bist halt schon ne Große! 😉

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  2. felisworld says:

    Piano, piano, Jasmin! ; )

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