Luxus

Also liegen wir da, auf unseren Handtüchern, auf der Wiese und trocknen. Wir kommen gerade aus dem Wasser, dieser Weiher ist herrlich. Frisch, kühl, schön, da.

In meiner Tasche liegen Uniunterlagen, die Klausuren warten nicht auf mich.

Wir reden über den anstehenden Abend und laden uns irgendwo zum Grillen ein.

Für das anstehende Referat habe ich von 10 Seiten bisher genau eine gelesen.

Außerdem sind meine Haare schon wieder trocken. Also zurück ins Wasser. Mit Anlauf. Und. Springen. Eintauchen. Vorsichtig blinzeln. Auftauchen. Wieder ein Haargummi verloren. Kann man nicht ändern. Ist auch egal.

2 Runden geschwommen, schön ist es. Wieder raus aus dem Wasser.

Die nächste Seite lesen und zusammenfassen, denn morgen muss die PowerPoint an den Dozenten geschickt werden.

Wieder trocken, wieder Anlauf, wieder springen, wieder nass.

Ich schwimme nur eine Runde, denn die Texte müssen vor dem Grillen fertig gelesen sein.

Die anderen reden, ich verstehe den Text nicht. Also gehe ich zurück ins Wasser.

Ich freue mich auf ein kühles Beck’s an diesem Abend, die PowerPoint stricke ich morgen zusammen, aber lesen könnte ich heute noch was. Also gut, wieder versuchen. Geschafft.

Noch einmal. Noch ein letztes Mal heute, denn morgen soll es kühler werden und morgen muss ich lernen. Mit Anlauf. Sprung. Auftauchen. Wasser ist einfach das Beste. Dieser Freitag ist gefühlt wie ein Samstag und ein Sonntag zusammen. Dieser Tag ist perfekt.

Langsam müssen wir los, räumen unsere Sachen zusammen.

“Das ist wahrer Luxus.”, denke ich und weiß, dass ich dieses Leben und diesen Tag gegen Geld nicht tauschen würde. Niemals. Geld verliert, wenn man so lebt wie wir an diesem Tag, sowieso an Wert. Ich denke an die Menschen, die glauben, Geld mache glücklich. Denen darf man nicht zeigen, wie gut es uns geht. Geld… Wie überflüssig, wenn die Sonne scheint.

Und so schlüpfe ich in meine Marc-Jacobs-FlipFlops, packe mein iPhone in meine Longchamp-Tasche, wo es auf meinen Helena-Rubinstein-Mascara fällt, halte das Lacoste-Handtuch in meiner Hand und freue mich des Lebens.

Hier. In Siegen.

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