So, Berlin also.

(Wieder vor Wochen geschrieben, aber nicht gepostet…)

Seit 2 Wochen bin ich jetzt hier. In Berlin. Ok, etwas mehr als 2 Wochen. 2 1/2.

Ich glaube, ich habe alles genau so bekommen wie ich es wollte.

Eine tolle Wohnung, anfangs auch tolles Frühlingswetter (jetzt so kalt wie in Hamburg), und eine Hand voll Herausforderungen.

Herausforderungen.

Stehst Du da.

Du wolltest es ja so.

Getwittert habe ich es schon, aber ich sage es hier noch mal: Ich bräuchte mal einen Foursquare check-in für “outside your comfort zone”.

Alle reden sie immer davon.

Geh mal raus, erleb mal was Neues, geh mal dahin, wo alles anders ist. 

Ist ja nicht so, als wäre ich nicht oft genug da gewesen.

USA mit 16, die Ausbildung, die Uni, die ich am Liebsten sofort wieder geschmissen hätte, die aber im Endeffekt super war (wie immer, wenn es anfangs blöd ist), Hamburg, Lissabon, jetzt Berlin.

Und obwohl ich in Berlin eigentlich ein paar gute Hände voll Menschen kennen, war es die letzten Wochen… Nicht alleine, nicht einsam, aber ich habe kaum jemanden außerhalb des neuen Jobs getroffen. Und da ist tatsächlich alles neu.

Plötzlich stehst Du da in der Tür.

“Hallo. Ich bin die Neue.”

Alle sind total klasse zu mir, aber Deinen Weg musst Du trotzdem erstmal finden.

Darf ich hier auch einfach Konfetti werfen oder finden die das dann komisch? Haben die auch alle eine Seifenblasenmaschine Zuhause? Wo ist eigentlich deren Zuhause? Finden die Chardonnay Island gut oder nicht? Macht man das hier eigentlich?

Bleib die Feli, die Du bist, und alles wird gut, sagte die Oberste Heeresleitung in Hamburg zu mir.

Ja. Klar. Kein Problem. Ich meine, wer soll ich sonst sein? Dachte ich so. Immer diesen dusseligen Postkartenspruch “Be yourself. Everybody else is already taken” im Kopf.

Aber dann bist Du da. Und das einzige, was Du bist, ist verunsichert. Also bist Du auch Du selbst.

Du brüllst noch nicht in jede Unterhaltung. Du erzählst noch nicht alles über Dich. Außer vielleicht, dass Du morgens zum Frühstück “Die Schöne und das Biest” geguckt hast. Etwas, was in Hamburg keinen verwundert hätte, und hier auch nicht so viele. Sie fanden es meistens süß. Oder so. Aber ich glaube, sie haben innerlich nicht den Kopf geschüttelt.

Und ja, ich weiß, dass manche innerlich den Kopf schütteln, wenn ich erzähle. Wer auch immer das gerade liest, vielleicht auch.

Aber langsam wird es wärmer. Es war nie wirklich kalt. Aber dieses bescheuerte Outside Your Comfortzone ist nicht immer so geil wie alle so sagen. Ich weiß, dass ich es so wollte, ich weiß, dass ich es brauchte, aber wenn Du da stehst, ist es wie auf dem 10 Meter Sprungbrett. Und unten stehen sie, alle. Eltern, Freunde, der Typ, den Du so irre toll findest.

Alle gucken hoch zu Dir und rufen Dir zu, dass Du springst sollst.

Und dann bringt es nichts, aber Du machst den Hans-Gut-In-Die-Luft und springst.
Wenn Du unter Wasser eintauchst, weißt Du nicht was passiert, aber dann tauchst Du auf, kommst zum Beckenrand und da steht keiner mit Eis oder Pommes Rot-Weiß.

Nein.

Da stehen alle und gucken nach oben, wo wieder jemand steht und sich plötzlich denkt “Scheiße, ist das hoch”.

Aber der Sprung tat nicht weh. Der Aufprall auch nicht. Das war schon ok. Und jetzt scheint die Sonne, wenn auch nur innen und nicht draußen. Da ist es, wie gesagt, etwas windig und kühl. Aber das ist ok.

Bisher fehlt aus Hamburg fast nichts. Außer der inner circle. Merkt man auch erst, wenn man weg ist.

Ich stelle mich darauf ein, dass ich in 6 Wochen ein Hamburgtief bekomme.

Denn ich glaube, dass wir seit der Schulzeit auf 6 Wochen trainiert wurden. (Ja, sechs schreibt man aus, will ich aber jetzt nicht.)

Ich glaube, dass wir trainiert darauf sind, 6 Wochen weg zu sein. Aber dann kommt dieses Gefühl, dass man wieder in die Schule will. Weil, war ja jetzt schön, aber jetzt ist ja mal gut. Zurück in das alte Umfeld mit allen guten und schlechten Seiten, mit Pausenbrot und Hausaufgaben.

Und nach 6 Wochen kam das bisher immer.

Aber vielleicht wird es nicht schlimm, wenn man es endlich weiß. Oder vielleicht kommt es gar nicht; Weiß man nicht, wird man sehen.

Comfort Zone, wir kommen uns näher. Mit der U-Bahn, den Straßen, den Stadtteilen, den Menschen, und allem.

Denn ich wollte nach Berlin und jetzt bin ich hier.

Und, nur, weil ich das schreiben muss, weil ich das immer schreibe, wenn ich über Änderungen schreibe: Es geht weiter, immer weiter, es wird besser, immer besser.

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