Auf die Plätze, fertig, Stop. Dienstag.

Machen. Machen, machen, machen. A little less conversation, a little more action please. Fail fast, better done than perfect, und wie sie alle heißen. Schneller, weiter, besser. Wenn Du es nicht machst, macht es ein anderer.

Und so machen alle alles. Nur ich lasse Sachen stehen. Ich bin so unheimlich inkonsequent. Manchmal. Oh Mann, nicht mal im inkonsequent sein bin ich konsequent. #faili

Beispiel: Volleyball spielen

Vor 10 Jahren habe ich mein Abi gemacht. Damals haben wir im Sportunterricht Volleyball gespielt. Und ich war richtig gut. Danach wollte ich in einem Verein in meiner Freizeit weiterspielen. In Düsseldorf (während der Ausbildung), in Siegen (während des Studiums), in Hamburg (danach) und zwei Jahre lang in Berlin habe ich es vor mir hergeschoben. Dann, vor sechs Wochen, bin ich das erste Mal zum Training gegangen. War super! Will ich jetzt häufiger machen. Gestern wäre es wieder soweit gewesen. Aber dann saßen da meine Freunde und bestellten mir eine Weißweinschorle. Ich kapitulierte nach zwei Minuten. Wir versackten. Naja. Montag halt.

Beispiel: Schlauchboot kaufen

Auch ein Jahr vor mir hergeschoben. Vor ner halben Stunde endlich gemacht. (Endlich. Voll cool!!)

Beispiel: Aufstehen

Ok, das wollte ich heute den ganzen Tag noch nicht.

 

Irgendwie ist es manchmal so schwer alles mögliche zu machen. Und das ist so unbefriedigend. Einmal im Quartal bricht wieder alles ein und mir wird bewusst, dass ich immer noch nicht das Richtige mache. Was daran liegt, dass ich es immer noch nicht gefunden habe. Und so geht die Suche wieder los. Ich wage aktuell zu bezweifeln, dass sie jemals aufhört.

In dieser Macher-Welt, in der um mich herum alle irgendwas krasses machen, Unternehmen hochziehen, Startups gegen die Wand fahren, Instrumente spielen, einer ist Physiker und forscht an den krassesten Sachen rum, kommt man sich hier in seiner kleinen Kreuzberger Bude wie ein Verlierer vor.

Ist das Antrieblosigkeit und ist das ok? Oder bin ich einfach ungeduldig geworden? Erwarte ich over night success, obwohl es sowas in Wirklichkeit gar nicht gibt? Vielleicht ist es das. Vielleicht erwarte ich einfach, dass Sachen, die gut sind, durch die Decke gehen und zwar sofort. Aber was sollte das sein?

Und so liegt man hier im Bett. Es ist 13 Uhr. Zum Mittagessen gab es Zartbitterschokolade mit Himbeeren und ich höre Radio. Neben mir liegt Konfetti, das gestern  aus der Laptoptasche geflogen ist. Auf dem Boden liegen Luftschlangen und eine lilafarbene Feder von einer Federboa. Die Luftschlangen liegen hier seit 10 Tagen. Zehn. Zahlen bis Zwölf schreibt man aus. Aber ich habe keine Lust Text zu löschen. Was. Für. Ein. Tag. Jedenfalls stören mich die Luftschlangen irgendwie nicht. Sollte ich trotzdem mal wieder saugen?

Achja, eine Putzfrau, Putzperson, es sollte ja nicht eine Genderdebatte geben, jedenfalls suche ich das ja auch noch. Und dafür wollte ich mal unten einen Zettel aufhängen. Falls die Nachbarn jemanden kennen… Denn diesen ganzen Plattformen traue ich nicht. Helpling, Book A Tiger und so. Naja, Book A Tiger will ja jetzt festeinstellen, aber nur mit Freien zu arbeiten ist so selten dämlich wie ich verwirrt. Einfach mal Null Qualitätskontrolle. Ich kenne kaum Leute mit guten Erfahrungen. Jedenfalls Putzperson. Hab ich hier irgendwo einen Zettel? Ich glaube nicht. Ich muss ins Büro. Da gibt es Drucker, da gibt es Papier, da darf ich mir ein Blatt nehmen. Alter. 30 Jahre alt, die Maße kennen (210 mm Breite x 297 mm Höhe, Werbekauffrau FTW!), aber kein einziges Blatt im Haus haben. Doch. In der Küche, ein halbes A4. Ein Block von der Berliner Bank. Thank God, Goodybags exist. Ja. Darum sollte ich mich kümmern.

Vielleicht mal Ziele stecken für heute.

Zähneputzen
Zettel schreiben
Raus gehen auf den Markt und Eier kaufen, Zettel auf dem Weg aufhängen
Danach nicht mit Netflix anfangen, sondern vielleicht das Buch lesen oder mal wieder was ordentliches schreiben

Tagebuch wiederfinden. Das gehört echt nicht ins Internet.

Aber was mach ich jetzt? Mich weiter in der Antriebslosigkeit treiben lassen? Ja, vielleicht mach ich das. Aber ich will erst den Geschmack aus dem Mund bekommen und diesem Zettel schreiben. Damit fange ich jetzt an.

 

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