Montag.

Wenn man ehrlich ist, fing das Wochenende letzte Woche schon am Mittwoch an. Und wenn man schon ehrlich ist, kann man auch ruhig zugeben, dass das eher die Regel als die Ausnahme ist.

Mittwoch.

Bergfest. Ich denke, das sagt alles.

Donnerstag wird hier eher „kleiner Freitag” genannt. Ja, aus Gründen. Der kleine Freitag war lustig, wenn auch der letzte Gin Tonic gegen halb drei zu den überflüssigsten seit Langem gehörte.
Nun.
Der richtige Freitag kam dann irgendwann mit drei großen Stücken Pizza und einer Iboprofen.

Freitag ist Freitag.

Samstag ist Samstag.

Und Sonntag ist Ruhetag.

Sonntag.

Sonntag war ich trotz Samstag früh auf den Beinen. Frühstück. Sonne. Buch lesen. Irgendwann Netflix. Dann Tatort und Twitter. Der Plan war gestärkt und undersocialised in die Woche zu starten, damit ich mich wieder rund um die Uhr von Montag bis Samstag über Menschen freue.

Doch dann kam Sonntagnacht. Nach Tatort und noch mehr Tatort, Neo Magazine Royale und ein bisschen DRadio Wissen Podcast und This American Life wollte der Kopf nicht abschalten. Vor halb drei war an Schlaf nicht zu denken.

Stattdessen aber an alles andere: Arbeit und was ich bis Montagmorgen aufgeschoben habe, die schönen Männer, die ich nur auf Netflix zu Gesicht bekomme, das Bett, das ich mir Gott sei Dank aber mit niemandem teilen muss. Weihnachten, Altersvorsorge und wie es wäre, wenn das Leben anders wäre und warum mich das überhaupt interessiert, denn es ist ja wie es ist.

Um kurz nach sieben ging es mit der großen Fragen nach dem allgemeinen Warum weiter. Ich hatte nicht mal Bock auf Kaffee. Und ich hab eigentlich immer Bock auf Kaffee.

Der Tag erforderte Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Ehrlich. Diese Woche ist wichtig. Montag ging irgendwie in Zeitlupe vorbei, aber irgendwie war es dann 19 Uhr und ich endlich fertig. Also fertig war ich auch vorher schon, aber jetzt so, dass Montag auch fertig war.

Endlich nach Hause.

Natürlich steht jedes DriveNow und Car2Go weiter weg als die Bahnhaltestelle. Bahn fahren. Mhm. Lieblingshobby.
Nicht.

Die erste Bahn ist so voll, dass ich nicht mehr mit reinpasse, die Nächste kommt erst in 10 Minuten, was in Berlin als Frechheit bezeichnet werden kann.
So wird der BER nie fertig.

Einfach nur nach Hause, ich will einfach nur ins Bett.

Hurra. Ach nee, doch nicht.

Bis ich am Kottbusser Tor aussteige und mir die üblichen Menschenmassen entgegenkommen.

Die fahren doch nicht nach Hause. Gehen die alle noch aus? Ich will auch noch vor die Tür, ich war doch gestern erst Zuhause, den ganzen Tag, alleine. 

Emotional sitze ich zwischen den Barhockern.

Wenn ich jetzt die falschen Nummern anrufen, fängt das Wochenende sofort wieder an. „Kurz auf ein Weinchen treffen?” – Größte Lüge unserer Zeit. Man trifft sich nie nur auf „einen Wein” oder auf „ein Bier”.

Ich lasse die Vernunft siegen, auch wenn eine laute Stimme in meinem Kopf sagt:„Du schmeißt Dein Leben weg.”

Es ist Montag. Kein kleiner Sonntag, aber auch noch kein Dienstag. Montag.

Was für ein komischer Tag.

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