Und plötzlich bist Du angekommen

Ich habe es in Berlin nie laut gesagt, weil es Gefühle verletzt hätte und das gilt es zu vermeiden. Die Hamburger Crew wusste es aber immer:

In Berlin hab ich das bessere Leben, aber in Hamburg die besseren Freunde.

Ich mochte Berlin, nein, ich liebe Berlin, aber der Hamburger Freundeskreis hat die drei Jahre in der Hansestadt ausgemacht. Nicht umsonst gab es immer wieder kurzfristige Trips zurück, wir nannten es liebevoll “Detox St. Pauli”, wenn mir Berlin, die Menschen oder alles hier zu viel wurde. Hamburg war mein sicherer Hafen. Hier kannte man mich. Hier verstand man mich. Hier liebte man mich für das, was ich war, was ich bin, was ich sein könnte und sein werde.

Warum dann nicht einfach zurückziehen, wenn da doch alles so toll war und in Berlin anscheinend nicht?

Weil ich Hamburg damals verlassen habe, weil es nicht reichte. Ich musste Schluss machen, weil wir nicht weiterkamen. Und doch hat es immer wieder gesessen, Hamburg zu sehen und wieder zu gehen.

„Kannst Du nicht nach Hamburg ziehen?” fragte mich nun eine gute Bekannte.

„Nein, das kann ich nicht.” antwortete ich.

Und dann musste ich das WARUM beantworten.

Weil sich Sachen verändern, weil das Leben weitergeht. Weil der Hamburger Freundeskreis nicht mehr das ist, was er mal war. Und das ist völlig normal: Manche zogen weg, andere sind in neuen Beziehungen, andere haben sich einfach so verändert. Das ist keineswegs eine Kritik, Fakt ist nur: Es ist fast vier Jahre her und mit dem Anspruch zurückzukommen, dass wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben, wäre nicht nur völlig naiv, sondern auch ziemlich fatal. So bleibt eine wunderbare Erinnerung an eine wunderbare Zeit mit herausragenden Menschen, die übrigens immer noch herausragend sind.

Gleichzeit merke ich, dass sich in Berlin Leute an meine Seite gestellt haben, die ich nicht mehr missen möchte, die ich brauche, die mir fehlen, wenn sie im Urlaub sind. Sie kennen mich nun, nicht nur von drei Abenden in einer Bar, sondern länger, besser. Wir haben genug Zeit miteinander verbracht, um zu wissen, was wir brauchen, was wir lassen sollten und natürlich, was wir trinken.

So etwas braucht Zeit. Die haben wir uns genommen und gegeben. Und so kam er, irgendwann, ich kann es an Tagen nicht festmachen, aber der Moment, an dem ich wusste: ich bin hier. Hier kennt man mich, hier liebt man mich. Für das, was ich bin, für das was ich sein könnte und das was ich sein werde.

Und das ist gut so. Danke, Berlin, dass Du so viel unterschiedliche Menschen herlockst, und Danke an die, die das lesen, und wissen, dass sie gemeint sind.

 

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s